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| Spitzenposition von Deutschland |
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Deutschland ist das Land, das als Exportweltmeister gilt, weil seine Produkte attraktiv sind und weltweit nachgefragt werden. Deutschland verfügt über eine traditionelle Industriestruktur mit einem breiten Spektrum an leistungsstarken Branchen und einem breiten Spektrum erfolgreicher Unternehmen aller Größenordnungen mit einem hohen Anteil mittelständisch geprägter Firmen. Deutschland nimmt im Blick auf seine Innovationsdynamik und Innovationspotentiale in vielen Bereichen einen internationalen Spitzenplatz ein. Ein technologisch hoher Standard und moderne Infrastruktur sowie durch Qualität und Verlässlichkeit ausgezeichnete Produkte sind die Faktoren, die Deutschland im internationalen Wettbewerb zu seinen Gunsten einsetzen kann.
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| Globaler Wettbewerbsdruck |
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Der zunehmende globale Wettbewerbsdruck erfordert kontinuierliche und herausragende Innovationen. Bedeutend dabei ist, dem Wettbewerber zuvor zu kommen und Markttrends zu setzen. Produktinnovatoren können sich ständig vom Wettbewerber differenzieren und aufgrund von temporären Monopolen überdurchschnittlich hohe Preise und damit auch Gewinne erzielen, d. h. derjenige, der eine neue Produktgeneration als erster auf dem Markt bringt, erwirtschaftet auch in der Regel die besten Margen. Die Fähigkeit eines Unternehmens zur Innovation wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil, wobei die Innovationszyklen, bedingt durch den globalen Wettbewerb, immer kürzer werden.
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| Chancen durch den Emissionhandel |
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Mit dem Emissionshandel und den Kyoto Mechanismen CDM und JI wurde ein System zur Begrenzung der globalen Treibhausgasemissionen auf internationaler Ebene etabliert. Die Erwärmung der Erdatmosphäre und der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden, bedingt durch Naturkatastrophen, ist ein globales Problem. Daher ist es von untergeordneter Bedeutung, wo der Treibhausgasausstoss gesenkt wird, wichtig ist, dass er gesenkt wird. Der Einsatz von Technologien, die direkt oder indirekt dazu beitragen, wird durch die Ausgabe handelbarer Emissionsreduktionseinheiten wirtschaftlich gefördert. Geeignete Maßnahmen sind z.B.
- Effiziente Nutzung der Endenergie in der Industrie, z. B. durch Einsatz von Aggregaten oder Anlagen mit hohen Wirkungsgraden oder einer hohen Effizienz
- Einsatz effizienter Anlagentechnik zur Energieumwandlung
- Brennstoffwechsel: Ersatz kohlenstoffreicher durch kohlenstoffarme Energieträger, z. B. Kohle durch Gas oder Biomasse
- Nutzung erneuerbarer Energien
- Ersatz von Flurkohlenwasserstoffen durch andere Kühlmittel
Hersteller entsprechender Technologien und Produkte können den Mechanismus CDM und JI zur „Mit-Finanzierung“ von Investitionsprojekten einsetzen. Bezogen auf die Investition kann, je nach Projekttyp, der Anteil aus dem Verkauf der Zertifikate zwischen 5 % und 20 % liegen. Bedeutsam ist darauf zu achten, dass sich die Projekte vom „Business As Usual“ abheben. Zu Business As Usual gehören z. B.:
- Projekte, die bereits ohne Einkünfte aus CDM / JI wirtschaftlich hoch attraktiv sind
- Maßnahmen, die dem Stand der Technik im Gastland entsprechen
- Maßnahmen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben ohnehin umgesetzt werden müssen
Derartige Projekte und Maßnahmen sind für CDM / JI nicht zulässig. Vielmehr sollen Projekte erreicht werden, bei denen CDM / JI zur Realisierungsentscheidung beigetragen haben. Hierzu gehört u. a.
- wenn eine Maßnahme zwar wirtschaftlich attraktiv ist, aber aufgrund verschiedener Hemmnisse bisher nicht umgesetzt wurde, z. B. wenn sich Investitionsentscheidungen „hinziehen“
- wenn die Möglichkeit, über CDM / JI zusätzliche Einkünfte zu generieren mit zur Investitionsentscheidung geführt hat
- wenn Technologien zum Einsatz kommen, die im Gastland nicht dem Stand der Technik entsprechen
Für den Technologieanbieter bedeutet die Anwendung dieses Instrumentes zusätzliche Investitionstätigkeiten und damit weitere Absatzpotentiale.
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Aus Sicht eines deutschen (Anlagen-) Herstellers wäre in einem ersten Schritt zu prüfen, inwieweit die eigenen Produkte, die Anforderungen in den Zielmärkten sowie das eigene Vermarktungskonzept in das formale CDM / JI Raster passen. Diesbezüglich sollten auch die in der Pipeline befindlichen Projekte unter die Lupe genommen werden. Im nächsten Schritt könnte ein Verkaufsargument gegenüber dem potentiellen Kunden sein, dass über den Einsatz des Produktes Emissionszertifikate und damit zusätzliche Einkünfte generiert werden können und dadurch das Produkt für den Kunden günstiger wird.
Wenn während der Projektplanung mit einem Käufer ein Abnahmevertrag über die Lieferung von Emissionszertifikaten unterzeichnet wird, können zudem im Rahmen der Beschaffung von Fremdkapital zusätzliche Sicherheiten vorgewiesen werden.
Darüber hinaus sollte eruiert werden, ob es Projekte gibt, die bisher nicht realisiert wurden und deren Umsetzung erst durch dieses neue Instrument wirtschaftlich möglich oder wahrscheinlich werden könnte. Alternativ kann geprüft werden, ob neue Projekte angestoßen werden können.
Um zu identifizieren, inwieweit eine Projektidee tatsächlich im Rahmen des CDM / JI akzeptiert wird, sollte, ein PIN (Kurzdokumentation des Projektes) erstellt und bei der zuständigen Behörde des Gastlandes zur Einschätzung vorgelegt werden.
Bisher wurden weltweit ca. 35 Projekte im Rahmen des CDM registriert. Diese Zahl ist sehr gering, weil das gesamte System noch am Anfang und im Aufbau steht. Allerdings hat die Dynamik in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich zugenommen. Die registrierten Projekte können u. a. folgenden Sektoren zugeordnet werden: HFC / HFC 23 Vermeidung, regenerative Stromerzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Biomasse sowie Methanvermeidung durch Deponiegasnutzung zur Stromerzeugung. Zahlreiche Industrieprojekte sowie Projekte zur effizienten Energienutzung und Umwandlung sind derzeit in der Vorbereitung.
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| Nachfrage nach Emissionsberechtigungen |
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Entsprechend den Emissionsdaten der EU Umweltagentur vom Mai 2005 hat die EU 15 bis 2003 ihren CO2 Ausstoß gegenüber 1990 lediglich um 1,7 % reduziert. Damit ist die EU 15 von ihrem Kyoto-Ziel, durchschnittliche Reduktion um 8 % in der Periode 2008-12, noch recht weit entfernt.
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In Anbetracht dieser Zwischenbilanz sowie des in der Summe eher steigenden CO2 Ausstoßes in der EU liegt die Vermutung nahe, dass das Gesamtziel innerhalb der eigenen Grenzen schwer zu erreichen sein wird. Um die eingegangenen Verpflichtungen überhaupt erfüllen zu können, wird eine Beschaffung von Emissionsreduktionseinheiten aus CDM- und JI- Projekten erforderlich. Einige Mitgliedstaaten beabsichtigen, dieses Instrument auf nationaler Ebene in der Periode 2008-12 gezielt einzusetzen. Hierzu gehören z. B.: Niederlande, Dänemark, Österreich, Italien und Spanien. Da Zertifikate aus JI Projekten erst ab 2008 generiert werden können, konzentriert sich die Betrachtung für die erste Handelsperiode auf Zertifikate aus CDM Projekten (CERs – Certified Emission Reductions). Diese können bereits ab 2005 erzeugt und in der ersten EU Emissionshandelsperiode 2005-07 genutzt werden.
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Das Preisniveau der EU-Emissionszertifikate (aktuell 21-24 €/t CO2) ist Ausdruck für die Knappheit der Emissionsberechtigungen im Markt. Ein hohes Preisniveau innerhalb der EU führt zu ebenfalls steigenden Preisen für Zertifikate aus CDM- und JI-Projekten. Diese werden, je nach Projektfortschritt und Risikoprofil des Projektes, aktuell für 7-15 €/t CO2 gehandelt. Hintergrund für die Preisdifferenz ist, dass die Abnahmeverträge für den Bezug von Emissionsberechtigungen vielfach in einer frühen Projektphase unterzeichnet werden und zu diesem Zeitpunkt noch viele offenen Fragen und Risiken bestehen. Je weiter fortgeschritten ein Projekt ist desto mehr Risiken können ausgeräumt werden und das Preisniveau nähert sich dem der EUAs an.
Zertifikate aus CDM und JI-Projekten werden nachgefragt von:
- Unternehmen mit einer Minderausstattung an Emissionsberechtigungen im Rahmen des EU Emissionshandels
- Staaten, die auf die Beschaffung von CO2 Zertifikaten zur Erfüllung ihrer Reduktionsziele im Rahmen des EU Burden Sharings angewiesen sind.
- Carbon Funds, wobei diese vielfach die nachfragenden Unternehmen und Staaten repräsentieren.
Aktuell stehen weltweit ca. 3 Mrd. € zum Kauf von Emissionszertifikaten bereit, Tendenz steigend. Bei einem Preis von 10 €/t CO2 entspricht dies 300 Mio. t CO2. Zunehmend werden Carbon Funds auch als Finanzanlage genutzt. Dies ist dann vergleichbar mit Aktienfonds. Bei der Ausschüttung kann, entsprechend der Geschäftsziele eines Unternehmens, zwischen einer Dividende und den CO2 Zertifikaten gewählt werden.
Gegenwärtig ist die Nachfrage nach Projekten deutlich höher als das Angebot. Projektentwickler und Anbieter von Emissionszertifikaten haben die Chance, dass sie zwischen potentiellen Käufern wählen können.
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| Fazit |
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Da im Rahmen von CDM- und JI-Projekten moderne und effiziente Technologien zum Einsatz kommen, sehen einige Gastländer in diesen Flexiblen Mechanismen große Chancen für die Modernisierung und Weiterentwicklung der eigenen Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund haben sie für die Durchführung der Projekte günstige Randbedingungen etabliert.
Auf internationaler Ebene konkurrieren einerseits die EU-Staaten untereinander und andererseits noch zusätzlich Japan und Kanada um CDM- und JI-Projekte in den Gastländern. Dabei geht es neben dem Ausbau neuer Geschäftsfelder und Geschäftsmodelle auch um die Lieferung von Technologien und insbesondere die Sicherung von Marktanteilen.
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Beim Festakt zum Inkrafttreten des Kyoto Protokolls betonte der Japanische Ministerpräsident Koizumi, dass nun ein riesiger Markt für effiziente und umweltschonende Technologien entsteht und die japanische Wirtschaft bereit ist, die benötigten Produkte zu liefern.
Energieeffizienz und Emissionsreduktion sind gewollt und werden über CDM und JI finanziell gefördert. Um von diesem globalen Trend zu profitieren und daraus Umsatz und Gewinn für das eigene Unternehmen zu generieren, ist trotz des Umfelds mit vielen ungeklärten Fragen ein frühes Engagement in diesem neuen Marktumfeld erforderlich.
Die aktuellen Marktentwicklungen können Anlagenhersteller positiv für den Absatz bzw. Export der eigenen Produkte nutzen oder um neue Märkte zu erschließen. Innovationsfähigkeit bedeutet, sich neben einem technischen Vorsprung auch neue Finanzierungsinstrumente zu eigen zu machen.
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